Die Fläming-Grundschule - eine Schule für alle - Schulprogramm

Inhaltsverzeichnis

 

Schulspezifische Rahmenbedingungen

Standort, Umfeld, Struktur

Räumliche Ausstattung

Schulpersonal

Zusammensetzung der Klassen

Klassen mit besonderer pädagogischer Prägung

Pädagogische Mitarbeiter/innen 

6.1. Qualifikationen

6.2. Tätigkeits- und Aufgabenfeld

6.3. Kooperation innerhalb des Teams

 

Unterrichtsentwicklung

1. Methodisch-didaktische Prinzipien

1.1. Binnendifferenzierung

1.2. Projektunterricht

1.3. Rituale

2. Besonderheiten in einigen Fächern

2.1. Fremdsprachenunterricht

2.2. Sport

2.3. Naturwissenschaften

2.4. Wahlunterricht verpflichtend (WUV)

3. Diagnostische Verfahren

4. Besondere Fördergruppen

4.1. Basale Förderung

4.2. Förderung von Kindern mit Lese-Rechtschreibschwierigkeiten

4.3. Förderung von Kindern mit Rechenschwäche

4.4. Sprachtherapie

4.5. Therapieangebote für Kinder mit emotional-sozialen Störungen

4.6. Förderung von leistungsstarken Kindern mit besonderen

Begabungen

4.7. Deutsch als Zweitsprache (DaZ)

5. Arbeitsgemeinschaften

6. Theater als pädagogischer Schwerpunkt

6.1. Theater als Klassenprojekte

6.2. Theater als basale Förderung

6.3. Theater als Wahlunterricht verpflichtend (WUV)

6.4. Theater als Arbeitsgemeinschaft

7. Einsatz neuer Medien

7.1. Personelle Voraussetzungen

7.2. Ausstattung der Schule

7.3. Das Schulkonzept

7.4. Spezieller Einsatz der Computer

7.5.Aufgaben des Kollegiums

7.6. Fazit

8. Leistungsbeurteilung

 

Organisationsentwicklung

9. Teamarbeit und Kooperation

10. Besondere Kooperationsgremien

10.1 Die Integrationsschulgruppe

10.2 Die Jahrgangsstufenkonferenz

10.3 Kooperation mit der Sophie-Scholl-Gesamtschule

11. Sonderpädagogische Koordination

12. Schulleitung

 

Erziehung und Schulleben

13. Erziehungskonzepte / Erziehungsziele

14. Schulische Veranstaltungen und Feste

15. Supervision

16. Elternberatung

17. Öffentlichkeitsarbeit

18. Fazit

 

Entwicklungsschwerpunkt

Leitziele

I. Schulspezifische Rahmenbedingungen

1. Standort / Umfeld / pädagogische Struktur

Die Flämingschule ist eine vierzügige Grundschule mit ca. 600 Schülern, von denen etwa 60 Kinder einen sonderpädagogischen Förderbedarf haben. Sie liegt im Berliner Bezirk Schöneberg, einem Innenstadtbezirk mit hoher Bebauungsdichte. Die Schule ist eine offene Ganztagsschule; am Nachmittag werden die Kinder in Schülerläden oder im Schulhort betreut. Unsere Schüler kommen aus allen sozialen Schichten. Der Anteil der ausländischen Kinder beträgt rund 16 %. Sie stammen aus unterschiedlichen Nationen.

Die Fläming-Grundschule war die erste Grundschule in der Bundesrepublik Deutschland, die bereits 1975 mit dem gemeinsamen Unterricht von Kindern mit und ohne Behinderungen begonnen hat. Sie ist daher die älteste Integrationsschule im deutschsprachigen Raum. Der Anstoß für die integrationspädagogische Öffnung kam von einer Elterngruppe des Kinderhauses Friedenau. Diese vorschulische Einrichtung beherbergt noch immer integrative Kindergruppen mit einer Vielzahl von Kindern mit Behinderungen, von denen viele auch geistige und schwere Mehrfachbehinderungen aufweisen und deren Eltern eine integrative Beschulung wünschen.

 

2. Räumliche Ausstattung

Die Schule verfügt über 24 Klassenräume, einige zusätzliche Teilungsräume, einen Werkraum, einen Musikraum, einen Kunstraum, eine Schülerbücherei, zwei Filmräume, einen Psychomotorikraum, eine Küche und einen Mehrzweckraum, der nach und nach durch das Engagement einiger Kolleginnen als Theaterraum ausgestattet wurde. Zwischen 1995 und 1997 wurde die Schule mit erheblichem finanziellen Aufwand behindertengerecht ausgebaut. Sie erhielt behindertengerechte Sanitäranlagen, zwei Fahrstühle, einen Sprachtherapieraum, zwei Computerräume und weitere Teilungs- bzw. Förderräume.

Im Rahmen des Projektes „Grün macht Schule" wurde der Schulhof umgestaltet und verschiedene Funktionsbereiche geschaffen. Die Kinder haben sich an den Planungen beteiligt und durch den Bau von Schulhofmodellen ihre Ideen und Wünsche formuliert. Diese wurden teilweise durch „Grün macht Schule", teils durch das Gartenbauamt und teils durch die Initiativen der Klassen realisiert. Im Rahmen von Klassenprojekten und in der Kunst- oder Werk-AG entstehen jährlich neue Produkte zur Verschönerung des Schulhofes. Auch am Nachmittag wird er rege genutzt, da Friedenau relativ wenige Spielplätze bietet.

 

3. Schulpersonal

An der Schule arbeiten z.Z. 33 Grundschullehrer, sieben Sonderschullehrer mit unterschiedlichen Fachrichtungen (Sprache, Lernen, emotional-soziale Beeinträchtigungen), zwölf Pädagogische Mitarbeiter, zwei Lebenskunde- und drei Religionslehrer, eine Schulleiterin, zwei Stellvertreterinnen, eine Sekretärin und ein Schulhausmeister. Regelmäßig kommen eine Ambulanzlehrerin für den Förderschwerpunkt "Sehen" und eine Krankengymnastin in die Schule. In der VHG und im Schulhort arbeiten neun Erzieher/innen und die Hortleiterin.

Die personelle Ausstattung der Klassen richtet sich nach ihrer jeweiligen Zusammensetzung und dem speziellen Pflege- und Förderbedarf der Kinder. In den Klassen, in denen Kinder mit geistigen- und schweren Mehrfachbehinderungen sind, werden die Lehrerinnen von den Pädagogischen Mitarbeiterinnen unterstützt.

4. Zusammensetzung der Klassen

Bis etwa 1990 wurde jeweils nur eine Klasse pro Jahrgangsstufe als Integrationsklasse nach dem Modell 10 + 5 (zehn Kinder ohne und fünf mit Behinderungen) eingerichtet. Sie wurden durchgängig von zwei Pädagogen, einem Sonder- oder Grundschullehrer und einer Pädagogischen Mitarbeiterin unterrichtet. Alle übrigen Klassen waren normale Grundschulklassen mit regulären Frequenzen. Später kam eine zweite Integrationsklasse nach dem Modell 21 + 3 dazu.

Heute arbeiten alle vier Züge der Fläming-Grundschule integrativ. Bezüglich der Zusammensetzung der Schülerschaft wird eine breite Heterogenität bevorzugt. Unser Konzept ist darauf ausgelegt, dass sowohl Hochbegabte, als auch schwer behinderte Kinder gemeinsam in einem breit angelegten binnendifferenzierten Unterricht gefördert werden können. Alle Behinderungsarten sind vertreten: emotional-soziale Entwicklungsstörungen, Lernbehinderungen, Körper- und Sinnesbehinderungen, geistige- sowie schwere Mehrfachbehinderungen. Die Klassenfrequenzen richten sich nach der Anzahl der Kinder mit Behinderungen und deren Schweregraden. In der Regel haben die Klassen zwischen 26 und 29 Kinder.

Die Klassenstufen 1 bis 3 und 4 bis 6 werden jeweils als Einheiten gesehen, in denen die Kinder bei Bedarf auch Angebote höherer oder niedrigerer Klassenstufen wahrnehmen können. Die Zusammensetzung der Lerngruppen und die betreuenden Bezugspersonen bleiben innerhalb dieser Einheiten weitgehend gleich. So gewährleisten wir einen stabilen äußeren Rahmen, der den Kindern zuverlässige soziale Beziehungen untereinander ermöglicht. Wir halten dies für erforderlich, da die Kinder aufgrund ihrer Verschiedenartigkeit bzgl. Ihrer Leistungsstärken und Behinderungen eine hohe Flexibilität bezüglich der Unterrichtsstrukturen, der Unterrichtsgestaltung und der unterschiedlichen Angebote benötigen. Die Kinder brauchen Zeit, sich aufeinander einzustellen und den Anderen in seiner Unterschiedlichkeit zu akzeptieren. Um die Stabilität der Lerngruppen auch in Zukunft zu erhalten, hat die Schulkonferenz am 15.9.2004 den Antrag gestellt, die nach dem Schulgesetz geforderte Jahrgangsmischung der Klassen 1 und 2 auszusetzen, weil damit ein mehrfacher Wechsel der Lerngruppen und Bezugspersonen verbunden ist. Der Antrag wurde am 20.4.2006 genehmigt.

 

5. Klassen mit besonderer pädagogischer Prägung

Kinder mit schweren Behinderungen und hohem Pflegebedarf werden in frequenzreduzierten Klassen unterrichtet. In jeder dieser Klassen befinden sich ein bis zwei Kinder mit dem Förderschwerpunkt "Geistige Entwicklung" und/oder ein Kind mit schwerer Mehrfachbehinderung sowie einzelne Kinder mit anderen Behinderungsarten. Die Klassen werden von Grund- oder Sonderschullehrern und zusätzlich von pädagogischen Mitarbeitern unterrichtet. Diese Betreuungsausstattung über den gesamten Unterrichtstag ermöglicht es, dem speziellen Förderbedarf der Kinder mit schweren Behinderungen zu entsprechen, der neben sonderpädagogisch aufbereiteten Unterrichtsangeboten zum großen Teil auch in pflegerischen Handlungen und in der Vermittlung von lebenspraktischen Dingen besteht. Die Klassen mit dieser Struktur und Betreuungsausstattung haben den Status „Klassen mit besonderer pädagogischer Prägung".

Die Häufung von Kindern mit starken körperlichen oder geistigen Behinderungen in diesen Klassen ist eine Schwerpunktbildung, die aus unserer Erfahrung in der Arbeit mit diesen Kindern resultiert, weil es durch die Vereinzelung in den jeweiligen Klassen bei manchen Kindern zu Gefühlen der Isolierung gekommen ist, wenn sie auf der Ebene ihrer Behinderung keine gleichaltrigen Ansprechpartner finden. Durch die Häufung mehrerer Kinder mit ähnlich starken Behinderungen pro Klasse und durch Kooperation verschiedener Klassen zur partiellen Bildung homogener Kleingruppen versuchen wir, diesem Prozess entgegenzuwirken. Wir verbinden auf diese Weise die Möglichkeiten der integrativen Beschulung mit den Vorteilen der sonderschulischen Betreuung: Gemeinsame Erziehung mit Nichtbehinderten und intensive Kontakte zu gleichartig Behinderten.

In den letzten Jahren haben wir uns zudem auch der Integration von Kindern mit progredienten (fortschreitenden) Erkrankungen angenommen. Damit wurde es notwendig, sich mit der Thematik des Sterbens auseinanderzusetzen und zu überlegen, wie der Umgang mit dem Tod und der Trauer in den pädagogischen Prozess einer Grundschule einzubringen ist.

 

6. Die Pädagogischen Mitarbeiter/innen

6.1. Qualifikationen

Die Pädagogischen Mitarbeiter/innen sind von ihrer Ausbildung her Erzieherinnen, Sozialpädagoginnen, Krankengymnastinnen. Die meisten haben eine heilpädagogische Zusatzausbildung bzw. Fortbildungen für spezielle Aufgaben (z.B. für Psychomotorik) besucht. Insofern bringen sie viele unterschiedliche Kompetenzen und zum Teil langfristige Erfahrungen in den Unterrichtsalltag ein. Sie sind Teamspezialisten und zugleich gewohnt, über weite Strecken selbständig und eigenverantwortlich Unterricht zu organisieren.

6.2. Tätigkeits- und Aufgabenfeld

Die Pädagogischen Mitarbeiter/innen begleiten die Integrationsklassen in allen Fächern. Sie sind schwerpunktmäßig den ganzen Schultag über für die Kinder mit Behinderungen zuständig. Dies umfasst sowohl deren Aufsicht, als auch die unterrichtliche Hilfestellung und Unterrichtsvorbereitung. Nach Absprache mit dem Lehrer übernehmen sie zeitweise auch die Lehrerrolle, während der Lehrer sich intensiv mit einzelnen Kindern mit Behinderungen beschäftigt.

Parallel zum Klassenunterricht bieten die Pädagogischen Mitarbeiter/innen klassenübergreifende Kleingruppen im Bereich der basalen Förderung (s.u.) an. Ebenso beteiligen sie sich an den Angeboten für freiwillige Arbeitsgemeinschaften (Tanzen, Musical, Zirkus).

 

6.3. Kooperation innerhalb des Teams

Der Unterricht wird in Inhalt und Form vom Klassenteam (Klassenlehrer + Pädagogische Mitarbeiterin) in einer wöchentlich stattfindenden Teamsitzung geplant. Weiterführende Themen sind u.a. Fallbesprechungen, Förderpläne, Vorbereitung der Elternabende, Klassenfahrten. Viele Teams nehmen im zweiwöchentlichen Rhythmus am Supervisionsangebot der Schule (s.u.) teil. Dies ist eine hervorragende Möglichkeit, Konflikte im Team bzw. Fragestellungen zu einzelnen Kindern effektiv und zielorientiert zu bearbeiten. Die Supervision trägt mit dazu bei, dass i.d.R. ein Klima von Wertschätzung und Anerkennung zwischen Pädagogischen Mitarbeitern und Lehrern herrscht.

II. Unterrichtsentwicklung

1. Methodisch-didaktische Prinzipien

Um den sehr unterschiedlichen Bedürfnissen und Fähigkeiten unserer Schüler Rechnung zu tragen, wird der Unterricht möglichst binnendifferenziert, anschauungs- und handlungsbezogen durchgeführt. In vielen Klassen haben reformpädagogische Ideen mit deutlichen Einflüssen der Freinetarbeit, der Montessori- und der Gestaltpädagogik Eingang gefunden. Auch behinderungsspezifische Methoden werden aufgenommen, mit den Methoden der Grundschulpädagogik verflochten und so in den täglichen Unterrichtsprozess integriert, dass alle Kinder davon profitieren können. Welche Methoden geeignet sind und angewendet werden, ist von den Bedürfnissen der jeweiligen Kinder der Klassen abhängig. Somit entwickelt jede Klasse ihr eigenes „integratives Methodenprofil und Differenzierungskonzept".

 

1.1. Binnendifferenzierung:

Im Vordergrund steht das Bemühen, den Unterrichtsstoff so anzubieten, dass möglichst jedes Kind – ob leistungsschwach oder hochbegabt - auf seinem Niveau teilnehmen kann. Ein Lerngegenstand kann zur gleichen Zeit von verschiedenen Kindern auf unterschiedliche Weise bearbeitet werden oder verschiedene Kinder oder Kindergruppen können sich zur gleichen Zeit mit unterschiedlichen Themen und Aufgaben beschäftigen. Im Extremfall bedeutet dies: Während ein Kind einen lebenspraktischen Teilaspekt eines Themas lernt und wiederholt, beschäftigen sich andere Kinder mit dem regulären Stoff und die Schnelllerner mit ergänzenden Zusatzstoffen oder eigenen Fragestellungen zum Thema.

Beispiele für binnendifferenzierte Organisationsformen, die sich bewährt haben:

Arbeitspläne mit individuellen Aufgaben (z.B. Wochenpläne). Insgesamt ist unsere Erfahrung, dass längerfristige Aufgaben und Unterrichtsprojekte die Binnendifferenzierung in heterogenen Klassen erleichtern.

Expertenlernen / selbstorganisiertes Lernen, Lernen an Stationen, Lernen mit Pässen und Urkunden, Lernen mit Selbstkontrolle

Lernen mit unterschiedlichen Lernmaterialien aus höheren oder niedrigeren Klassenstufen (Arbeitsbücher, Arbeitshefte, Arbeitsbögen, Software, literarische Lektüren). Diese Materialien werden besonders bei Lehrgängen (Rechtschreibung, Mathematik) verwendet.

selbst gewählte Aufgaben der Schüler zu einem Thema z.B. Lesetagebücher, Leserolle, Vorstellung individuell gewählter Bücher, Geschichten/Gedichte zu einem Rahmenthema, selbst gewählte Referatthemen, Vorbereitung eines Ausflugs von einem Schülerteam usw.

Arbeiten in einer heterogenen Kleingruppe, in der die Aufgaben unter Berücksichtigung der individuellen Lernleistungen der Beteiligten verteilt werden.

Lernen durch Bewegung und Spiel (Laufdiktate, Lernen mit Montessorimaterial, Ball- und Bewegungsspiele zur Mathematik und Grammatik, Gedichte lernen auf dem Schulhof)

individuelle Aufträge an einzelne Schüler als Dienstleistung für die Klasse (z.B. eine Speise für die Klasse zubereiten, Briefe zu bestimmten Anlässen schreiben, Beiträge für die Homepage oder Schülerzeitung schreiben, spezielle Arbeitsmaterialien für leistungsschwächere Schüler herstellen)

 

1.2. Projektunterricht

Klassenprojekte dienen in hohem Maß der Kompensation von Lernschwächen, der Talentförderung und Profilierung von Kindern, wenn unterschiedliche Aufgaben (nach Art und Schwierigkeit) bearbeitet werden können. Klassenprojekte fördern die Sozialkompetenz und die emotionale Zufriedenheit, da die Kinder erleben, dass jeder jeden braucht, dass auch die kleinste Aufgabe für das Gelingen des Gesamtprojektes relevant ist. Dies gilt insbesondere, wenn das Projekt mit einer Präsentation verbunden wird (Theater-, Film-, Kunst- und Zeitungsprojekte, Themenbücher, Klassenausstellungen zu Deutsch- oder Geschichte, Gestaltung von Elternvorführungen usw.).

Neben klasseninternen Projekten gibt es auch

klassenübergreifende Projekte (auf der Jahrgangsstufe, auf dem Flur)

selbst gewählte Projekte (Themen) allein oder zu zweit

Schulprojekte z. B. Jahrbuch, Schulhofprojekt

das Comenius-Projekt (EU-Projekt) im Rahmen des Fremdsprachenunterrichts

 

1.3. Rituale

Kinder mögen regelmäßig wiederkehrende Elemente des Unterrichts. Sie richten sich darauf ein, sie rechnen damit, sie erwarten sie, sie mögen sie, weil sie Klarheit, Übersichtlichkeit, Berechenbarkeit und Beruhigung in den Alltag bringen. Je stärker behindert oder belastet ein Kind ist, desto mehr ist es auf diese Klarheit und Übersichtlichkeit angewiesen. Dies gilt insbesondere für Kinder mit geistigen und mit emotionalen und sozialen Entwicklungsstörungen sowie mit Problemen in der Selbststeuerung und Impulskontrolle. Jede Klasse schafft sich ihre eigenen Rituale. Dies können sein:

Rituale zum Unterrichtsanfang und –ende

Rituale für die Pausen, für das Frühstück

wöchentliche Rituale

Geburtstage

Rituale vor oder nach den Ferien usw.

 

2. Besonderheiten in einigen Fächern

2.1. Fremdsprachenunterricht

Die Schule bietet Französisch und Englisch ab der dritten Klasse in parallel gesteckten Stunden an. Vor der Wahl der ersten Fremdsprache können die Eltern einen Informationsabend besuchen und werden bei Bedarf von den Lehrern beraten. Leistungsstarken „native-speakers" sowie hochbegabten Schülern bieten wir die Möglichkeit beide Sprachen parallel zu lernen. Die Anzahl der Unterrichtsstunden verteilt sich dann auf beide Sprachen.

Kinder der 5./6. Klassen, die aufgrund ihrer schweren Behinderungen den regulären Englischstoff nicht bewältigen, nehmen am sog. „English-Club" teil, wo sie grundlegende englische Sprachkenntnisse auf einfachem Niveau über Musik, Bewegung, Spiele und Handlungssituationen erwerben sollen. Da diese Stunden parallel zu den Englischstunden liegen, können die Kinder bei Bedarf jederzeit zwischen Club und Regelunterricht wechseln.

Comenius-Projekt im Rahmen des Fremdsprachenunterrichts

Die Schule nimmt seit Jahren an diesem EU-Projekt teil. Für die neue Ausschreibung hat unsere Schule erneut die Leitung übernommen.

 

2.2. Sport

Da sich in vielen Klassen Schüler mit Bewegungsbeeinträchtigungen befinden, wird auch der Sportunterricht i.d.R. binnendifferenziert durchgeführt. Es geht darum, die bereits erworbenen Bewegungsfähigkeiten aller Kinder gleichermaßen zu berücksichtigen, zu fordern und wenn möglich weiter auszubauen. Die Differenzierungsmethoden, die jede Klasse für sich entwickeln muss, richten sich ausschließlich nach den motorischen Möglichkeiten der Kinder. In einigen Klassen unterstützen die Pädagogischen Mitarbeiter den unterrichtenden Sportlehrer. Es wird keineswegs auf spielerische Wettkämpfe, Wettbewerb und Leistungsmessung verzichtet. Die Spiel- und Wettkampfregeln werden bei Bedarf jedoch gemeinsam mit den Kindern so verändert, dass möglichst alle Kinder, auch solche, die einen Rollstuhl benötigen, mitmachen können. Die Kinder lernen so, dass Spielregeln nicht ein für alle Mal feststehen, sondern jederzeit geändert und den Bedürfnissen angepasst werden können. Manchmal hat das Bemühen um größtmögliche Gemeinsamkeiten allerdings auch Grenzen, die akzeptiert werden müssen. Die Leistungsmessung und Bewertung im Sportunterricht erfolgt nach den individuellen Möglichkeiten jedes Kindes.

Bundesjugendspiele

In den letzten Jahren haben die Sportlehrer der Schule zahlreiche integrative Modelle zu den Bundesjugendspielen entwickelt und ausprobiert, um auch den Kinder mit Behinderungen eine Teilnahme an den Wettkämpfen zu ermöglichen. Allerdings konnte kein Modell wirklich befriedigen. Inzwischen führen wir die Bundesjugendspiele als Kombination von Mannschafts- und Einzelwettkämpfen durch. Die Leistungen der Klassen und Einzelsportler werden schulöffentlich gewürdigt.

2.3. Naturwissenschaften

Für dieses Fach haben wir eine neue Organisationsform entwickelt. Einige Themenbereiche (2 Wochenstunden) werden klassenintern, andere Themen (ebenfalls 2 Wochenstunden) werden klassenübergreifend i. S. eines Kurssystems unterrichtet. Zu Beginn des Schuljahres werden alle vier Klassen der Jahrgangsstufe in vier gemischte Gruppen aufgeteilt, wobei jede Gruppe aus etwa gleich vielen Kindern jeder Klasse besteht. Die Mischung der Gruppen erfolgt nach festgelegten Kriterien. Die vier zuständigen Fachlehrer teilen einige Themen des Rahmenplanes unter sich auf und jeder fungiert als Experte dieses Themas. Die Gruppen durchlaufen nun nach einem festen Zeitplan bis zum Schuljahresende alle Themenbereiche.

Voraussetzung für diese Organisationsform ist, dass die Fachstunden, die für das Kurssystem vorgesehen sind, bei allen beteiligten Klassen parallel liegen. Vorteile des Verfahrens sehen wir in der Verbesserung der sozialen, personalen, Methoden- und Sachkompetenz der Schüler:

Der Unterricht wird optimal vorbereitet und medial organisiert, da jeder Lehrer Experte seines Themas ist.

Die Schüler einer Jahrgangsstufe lernen sich besser kennen. Sie erhalten mehr Möglichkeiten soziale Kontakte zu knüpfen.

Die Schüler treffen mit unterschiedlichen Lehrerpersönlichkeiten zusammen und lernen, sich von Zeit zu Zeit auf neue Persönlichkeiten einzustellen.

Die Lehrer bevorzugen unterschiedliche Methoden und bieten sie ihrem Thema entsprechend an.

Die Bewertung der Schüler erreicht einen höheren Grad an Objektivität, da jeder Schüler von verschiedenen Fachlehrern beurteilt wird.

Die Zusammenarbeit der Fachlehrer ist verstärkt notwendig:

Sie müssen klare Absprachen bzgl. der Themenaufteilung, der Zeiträume, der Organisation und der Bewertungskriterien treffen.

Auftauchende Probleme werden in den Fachkonferenzen dargestellt, kritisch reflektiert und kooperativ gelöst.

Aufgrund der wechselnden Schülergruppen findet zwischen den Lehrern ein verstärkter Austausch über Schüler statt.

 

2.4. Wahlunterricht verpflichtend (WUV)

Der Wahlunterricht findet einmal pro Woche für die 5. und 6. Klassen statt. Im Vorfeld wählen die Schüler aus den Themenangeboten in der 5. Klasse drei Kurse, in der 6. Klasse zwei Kurse pro Jahr. In diesen Kursen treffen sich die Schüler klassenübergreifend. Es sind projekt- bzw. produktorientierte Angebote, deren Inhalte über die Vorgaben des Rahmenplans hinausgehen. Dieser Unterricht ist stark handlungsorientiert ausgerichtet und ermöglicht ein breites Spektrum an Differenzierungsmöglichkeiten. Zudem schafft er einen weiteren Rahmen um die sozialen und personalen Kompetenzen zu verbessern, z.B. durch Mitbestimmung der Schüler bei der Auswahl der Themen und einer Selbstevaluation am Ende des Kurses.

3. Diagnostische Verfahren

Die Diagnostik ist wesentliche Voraussetzung bei der Entscheidung, welche Fördermaßnahmen ein Kind erhält. Zeigt ein Kind im Unterricht Auffälligkeiten bzgl. des Lernens, des Verhaltens oder der Sprache und lassen diese Auffälligkeiten vermuten, dass der reguläre Förderunterricht mittelfristig nicht ausreicht, um die Defizite zu beheben, können folgende Diagnoseinstrumente herangezogen werden (ev. auch unter Einbeziehung der geschulten Fachkräfte wie z.B. der LRS-Multiplikatoren):

gezielte prozessbegleitende Beobachtung im Rahmen des Unterrichts und der Förderstunden

informelle bzw. formelle Überprüfungen, wie z.B. die Hamburger Sprachprobe

Vorstellung des Kindes innerhalb der Jahrgangsstufenkonferenz (s. u.), gegenseitige Information über Beobachtungen und vorhandene Daten, Beratung der Lehrer bzgl. gezielter Fördermöglichkeiten, ev. Aufnahme des Kindes in eine besondere Fördergruppe (s. u.)

Zur Feststellung des sonderpädagogischen Förderbedarfs ist hingegen ein klar umschriebenes Verfahren notwendig. Dazu gehören

die Beauftragung eines Sonderpädagogen mit der entsprechenden Fachrichtung

ein ausführliches Gespräch mit dem Klassenlehrer bzgl. seiner Beobachtungen und bisherigen Fördermaßnahmen

die Gespräche mit den Eltern

die Anamnese

die Durchführung standardisierter Testverfahren

die Durchführung informeller Überprüfungen bei Bedarf

die Auswertung aller Daten

ein Gutachten mit der Empfehlung bzgl. der weiteren Förderung

die Information und Beratung der Lehrer und Eltern über die weitere Förderung

 

4. Besondere Fördergruppen

Neben dem binnendifferenzierten Unterricht bietet die Schule spezielle Förder- und Therapiestunden, die größtenteils parallel zum Regelunterricht stattfinden und sich einerseits an Kinder mit schweren Lern-, Sprach- und Verhaltensproblemen, andererseits an leistungsstarke Kinder mit besonderen Begabungen richten. Diese Förderangebote sind klassenübergreifend organisiert.

4.1. Basale Förderung

Es hat sich ein vielfältiges Angebot an basalen Fördergruppen gebildet, das allen Kindern, die es benötigen, offensteht. Unter „basaler Förderung" verstehen wir die Förderung grundlegender Fähigkeiten und Fertigkeiten bzgl. sensorischer Wahrnehmung, Körper- und Raumerfahrungen, Bewegungsabläufen, (fein)motorischer Koordination, Kontaktaufnahme, Kommunikation u.a.m. Sie bilden die Fundamente, auf denen komplexere kognitive Leistungen aufbauen können. Mit Hilfe der basalen Übungen können die Kinder fehlende Erfahrungen nachholen, Entwicklungsdefizite ausgleichen und neue Erfahrungen heilsam integrieren.

Alle Fördergruppen haben ein spezielles Thema und berücksichtigen sensumotorische und sprachliche Übungen in unterschiedlichen Gewichtungen. Es gibt Fördergruppen für Psychomotorik, Kochen, Holzarbeiten, Theater, Musiktherapie, Musik und Spiel, Gartenarbeit und sonderpädagogisches Schwimmen.

Die Leitung der Gruppen übernehmen Lehrer (Grund- oder Sonderschullehrer) oder Pädagogische Mitarbeiter. Die benötigten Kompetenzen haben sie durch spezielle Aus- oder Fortbildungen erworben.

4.2. Förderung von Kindern mit Lese-Rechtschreib-Schwierigkeiten

Ansprechpartner in Bezug auf Lese-Rechtschreibschwierigkeiten sind die für die Schule benannten, speziell geschulten Lehrkräfte. An unserer Schule sind dies zwei Sprachtherapeuten, die ihr besonderes Augenmerk auch auf begleitende Sprach- und Sprechprobleme richten. Sie übernehmen i.d.R. die Diagnostik, die Beratung der zuständigen Klassen- bzw. Deutschlehrer und da, wo eine Beratung nicht ausreicht, häufig auch die Förderung und Therapie der Kinder.

Die Diagnostik umfasst

eine Fehleranalyse nach Quantität und Qualität

die Aufdeckung von Defiziten der visuellen und/oder akustischen Wahrnehmungs- und Unterscheidungsfähigkeit

die Aufdeckung von Sprach- und Sprechfehlern

die Untersuchung von kienästhetisch-rhythmischen Problemen

die Aufdeckung von Defiziten des Kurz- und Langzeitgedächtnisses

die Aufdeckung von psychischen Ursachen

eine Prozess begleitende Beobachtung

Gespräche mit den Eltern und Lehrern

Das Diagnostikmaterial umfasst

informelle / bzw. formelle Rechtschreibtests

ggf. Sprachentwicklungstests

Prüfmaterial zur Kienästhetik

je nach Bedarf weitere Materialien, z. B. informelle Hör- oder Sehüberprüfungen

Für die Therapie werden die Kinder i.d.R. Klassen übergreifend in Kleingruppen zusammengefasst. Die Therapie richtet sich nach den Ergebnissen der Diagnostik des einzelnen Kindes. Zunächst werden die basalen Wahrnehmungs- und Sprachdefizite behandelt, später erst die Anwendung der Rechtschreibregeln geübt. So weit wie möglich werden alle Übungen in Spiele gekleidet, um über lustbetontes Handeln und Kommunizieren Versagensängste und bereits entstandene Frustrationen bzgl. des Lesens und Schreibens abzubauen oder zu mildern. Ein wichtiger Bestandteil der Therapie sind die Gespräche mit den Kindern und der Kinder untereinander, bei denen sie über sich, über ihre Schwierigkeiten, ihre Versagensängste und Frustrationen sprechen können. Die Beratung der zuständigen Deutschlehrer erfolgt in unregelmäßigen Abständen und bei Bedarf.

Die Überprüfung und Bewertung der Rechtschreibleistung bei Kindern mit gravierenden Lese-Rechtschreibschwierigkeiten erfolgt entsprechend der im § 16 des Schulgesetzes festgelegten Richtlinien z.B. durch Diktattexte, die je nach Entwicklungsstand und Progression nach Umfang und Schwierigkeit reduziert werden. Für die Kinder ist es dabei sehr wichtig, dass mit ihnen offen über ihren erreichten Entwicklungsstand gesprochen und ihnen (und den anderen Kindern) die entsprechende Bewertung erklärt wird. Die Transparenz der gemeinsamen Arbeit und der Bewertung ist entscheidend dafür, dass die Kinder Ehrgeiz entwickeln und sich selbst Ziele setzen können.

 

4.3. Förderung von Kindern mit Rechenschwäche (Dyskalkulie)

In den regelmäßig stattfindenden Jahrgangskonferenzen (s. u.) wird auch über Kinder gesprochen, die im Rechnen auffallen. Zur besseren Eingrenzung wird in Einzelgesprächen und –tests versucht zu klären, wie gravierend die Störung ist. Wir unterscheiden dabei schwache Rechner und Schüler mit Rechenschwäche. Ein gradueller, fließender Übergang zwischen den beiden Gruppen besteht.

 

4.3.1 Schwache Rechner

Wird bei diesen Untersuchungen ein klar einzugrenzendes Problem wie zu geringe Übungssequenzen oder zu häufige Fehlzeiten festgestellt, so versuchen wir, gemeinsam mit den Erziehungsberechtigten das Problem zu besprechen und Lösungsmöglichkeiten zu finden.

4.3.2 Schüler mit Rechenschwäche

Weitergehende Probleme können nach zusätzlicher Abklärung von ev. Hörstörungen, Sehschwächen, Problemen der sensorischen Integration (Untersuchungen von Ärzten), Verhaltensproblemen (durch die Klassen- bzw. Fachlehrer) Intelligenzproblemen (durch psychologische Diagnostik) und Problemen der LRS (durch entsprechend ausgebildete Lehrer) bearbeitet werden.

4.3.3 Förderung

In Teamsitzungen unter Beteiligung der nötigen Fachkräfte wird ein individueller Lehrplan für das Kind mit Rechenschwäche erarbeitet. Dieser kann je nach Schweregrad des Problems auf unterschiedliche Weise umgesetzt werden, z.B. durch

binnendifferenzierende Methoden und Materialien (Dienesblöcken, Kutscherzug usw.)

flexible Organisationsformen des Teilungsunterrichts (z.B. ein Lehrer unterrichtet den überwiegenden Teil der Schüler, der andere eine kleine Gruppe)

die Einrichtung einer speziellen Fördergruppe, in der dann bis zu vier Kinder (eventuell auch am Nachmittag) gefördert werden

die Teilnahme am Unterricht in einer niedrigeren Klassenstufe.

Alle Maßnahmen werden mit den Erziehungsberechtigten abgestimmt, der Schulleitung mitgeteilt und dann jährlich überprüft.

 

4.4. Sprachtherapie

4.4.1 Diagnose

Gravierende Sprachschwierigkeiten werden häufig bereits vor Schuleintritt von den Kinderärzten festgestellt oder sind Begleiterscheinungen anderer vorherrschender Behinderungen, z.B. Schwerhörigkeit oder Gehörlosigkeit. Bei vielen Kindern aber wird eine bestehende Sprachentwicklungsverzögerung oder Artikulationsstörung erst im Laufe der ersten Klasse deutlich, weil sie sich auf das schulische Lernen und die Kommunikationsfähigkeit auswirkt. Insofern spielt die Diagnostik an unserer Schule eine wichtige Rolle:

Die Schüler mit gravierenden Sprachschwierigkeiten erhalten ein förderdiagnostisches Gutachten, in dem beschrieben wird, welchen Förderbedarf das Kind hat.

Für Kinder mit geringfügigeren Sprachschwierigkeiten wird ein Diagnosebericht angefertigt.

Bei Kindern, deren Muttersprache nicht Deutsch ist und bei denen gravierende Probleme beim Erwerb der deutschen Sprache aufgetaucht sind, muss abgeklärt werden, ob eine Spracherwerbsbeeinträchtigung vorliegt.

Da die Kinder bei Schuleintritt künftig jünger als bisher sein werden, spielt die Feindiagnostik im Laufe der ersten beiden Schuljahre eine zunehmend größere Rolle.

Alle Kinder mit Sprachbeeinträchtigungen werden fortlaufend beobachtet und ihr jeweiliger Lernprozess festgehalten.

Es finden von Zeit zu Zeit ausführliche Elternberatungen statt.

In Zusammenarbeit mit den Kollegen, die sich schwerpunktmäßig mit „Lernschwierigkeiten", „Lese-Rechtschreibschwierigkeiten", „Dyskalkulie" und „emotional-sozialen Entwicklungsstörungen" beschäftigen, gilt es durch präventive und integrative Maßnahmen zu verhindern, dass es zu größeren Lernproblemen, Motivationsabbau und Fehlverhalten im Zusammenleben mit den Mitschülern kommt.

4.4.2 Therapie

Die therapeutischen Maßnahmen werden sehr genau auf das einzelne Kind und sein soziales Umfeld in der Klasse abgestimmt und mit allen unterrichtenden Lehrkräften mindestens einmal im Jahr besprochen. Der halbjährliche Förderplan wird zusammen mit dem Klassenlehrer erstellt.

Die Sprachtherapie erfolgt in der Regel einzeln oder in kleinen Gruppen ein- bis zweimal pro Woche, meist parallel zum regulären Unterricht. Hier geht es selten lediglich um eine Lautanbahnung, da sich Kinder mit starken Artikulationsfehlern oft noch außerhalb der Schule in logopädischer Behandlung befinden. Vielmehr wird in diesen Stunden das bearbeitet, was sich als „lernbeeinträchtigend" erweist oder die Kontaktaufnahme zu anderen erschwert. Es kann zu ähnlichem Vorgehen wie in der logopädischen Praxis kommen.

In einigen Fällen findet die Therapie auch im Klassenraum während des regulären Unterrichts statt. Die Beratung und Entlastung der unterrichtenden Kollegen erweist sich in manchem Fall als äußerst wichtig. Zudem hilft die Betreuung im Klassenverband, das Leistungsvermögen des entsprechenden Kindes besser einzuschätzen und zum Ende des zweiten Schuljahres abzuklären, ob eine Lernbehinderung vorliegt.

Neben der Sprachtherapie nehmen viele Kinder noch an weiteren basalen Förderangeboten teil.

Von den an der Flämingschule unterrichtenden Sonderpädagogen sind sechs u. a. mit dem Schwerpunkt „Sprache" qualifiziert, so dass sichergestellt ist, dass jedes Kinder mit Beeinträchtigungen der Sprache an unserer Schule entsprechend versorgt werden kann.

 

4.5. Therapieangebote für Kinder mit emotional-sozialen Störungen

Für Kinder mit Problemen im sozialen Kontakt, mit leicht aggressivem oder überaktivem Verhalten, aber auch für Kinder, die unsicher und eher depressiv strukturiert sind, wird eine Kleingruppenförderung angeboten, deren Funktion darin besteht, leichten Auffälligkeiten frühzeitig zu begegnen, um die Verschlimmerung der Entwicklungsverläufe zu verhindern oder abzuschwächen. Angesprochen sind auch Kinder, bei denen noch kein sonderpädagogischer Förderbedarf zugewiesen wurde und bei denen dies auch vermieden werden soll.

In der Gruppe lernen die Kinder bereits im Vorfeld eines Konfliktes eigene und fremde Verletzungen wahrzunehmen und ihre Bedeutung als Auslöser später folgender handgreiflicher Auseinandersetzungen zu verstehen. Durch die Verbesserung der Selbstwahrnehmung, dem Ansprechen und Aushandeln eigener Bedürfnisse und dem Verständnis der aus diesen Bedürfnissen resultierenden eigenen Handlungsimpulse wird es den Kindern ermöglicht zu lernen, Abgrenzungen zu respektieren und eigene Grenzen deutlicher zu artikulieren. (s.a.: Ziebarth, Fred: Mit Symptomen in Beziehung – Bausteine zur Integration schwieriger Dynamiken. In: Preuss – Lausitz, U. (Hrsg:): Schwierige Kinder – schwierige Schule, Weinheim und Basel 2004, S. 101 ff

 

4.6. Förderung leistungsstarker Kinder mit besonderen Begabungen

Der binnendifferenzierte und projektorientierte Unterricht an unserer Schule ermöglicht es, insbesondere auch Kinder mit hohen Begabungen und besonderen Talenten sehr gut zu fördern und zu fordern. Dennoch halten wir die Einrichtung besonderer Förderstunden für leistungsstarke Schüler als Ergänzung für sinnvoll. Sie bieten die Möglichkeit, dass sich Kinder mit ähnlichen Talenten und Interessen kennen lernen und austauschen, neue Kommunikationsmöglichkeiten über ihre Interessen aufbauen und gemeinsam Spaß an höheren Leistungen, die über die normale Klassenstufe hinausgehen, entwickeln können. Die Anmeldungen zu den besonderen Fördergruppen erfolgt durch die Klassenlehrer in Absprache mit den Eltern.

Die Themenschwerpunkte richten sich nach dem Bedarf und den Interessen der Schüler. Zur Zeit bieten wir folgende Kurse an:

Schülerzeitung: Angebot für leistungsstarke Kinder der 4., 5. und 6. Klassen: Das Thema „Zeitung" bietet einen optimalen gemeinsamen Rahmen für unterschiedliche Begabungen, Talente, Interessen, Alters- und Niveaustufen. Jedes Kind kann unabhängig von seinem Alter seine bisher erreichte Niveaustufe weiter ausbauen. Die Kinder der Fördergruppe bilden die Zeitungsredaktion und arbeiten regelmäßig für die Zeitung. Sie überlegen sich Zeitungsbeiträge nach ihrem Interesse, recherchieren sie und schreiben die Artikel i.d.R. zu Hause. Die Möglichkeit, Beiträge für die Schülerzeitung zu schreiben, steht aber auch anderen Kindern der Schule offen, auch wenn sie nicht zur Redaktionsgruppe gehören. Jedes Kind und jede Klasse kann jeder Zeit eigene Beiträge in dieser Zeitung veröffentlichen (interessante Referate, Projekte, Ausflüge, Erkundungen, Erlebnisse, erfundene Geschichten, Gedichte, Comics, Zeichnungen usw.).

Schreibwerkstatt für die Klassen 2-3: Die Schreibwerkstatt orientiert sich in erster Linie an den Interessen, Vorstellungen oder Wissensfragen der Kinder. Verschiedene Themenbereiche werden vorgestellt und wahlweise eher erzählend oder berichtend bearbeitet. Auch eine gänzlich freie Themenwahl ist möglich. Materialien bzw. Informationsquellen werden von der Lehrerin oder den Schülern selbst organisiert (Bücher, Internet usw.). Präsentationsmöglichkeiten können z.B. eine Rätselwand, Beiträge für die Schülerzeitung, Teilnahme an Schreibprojekten oder –wettbewerben („Meine Straße", „Ohrenbär") sein.

Matheclubs für Kinder der 2. bzw. 3. Klassen: Im Mittelpunkt stehen Knobelaufgaben und mathematische Forscherfragen, zu deren Lösung die Kinder verschiedene Lösungsideen und –strategien entwickeln sollen. Für die Forscheraufgaben müssen sie zunächst benötigte Informationen und Daten recherchieren (messen, schätzen, runden, Richtwerte festsetzen, überschlagen), bevor sie an das eigentliche Rechnen gehen können. Die benötigten Rechenoperationen sollen sie möglichst selbst herausfinden, Ergebnisse festhalten und vergleichen. Dabei können sie unterschiedliche Wege gehen. Die Kinder werden angeregt, auch selbst nach Forscherfragen zu suchen und sie im alltäglichen Leben zu entdecken. Interessante Ergebnisse können in der Schülerzeitung veröffentlicht werden.

Französisch für Kinder der 2. Klassen:Kinder der 2: Klasse mit besonderer sprachlichen Begabung können an Französischunterricht teilnehmen.
Es handelt sich hierbei um eine immanente Fördermaßnahme, die hohe Ansprüche an die Kinder stellt, denn sie müssen Unterrichtsstoff nachholen, den sie durch Teilnahme am Französisch-Unterricht versäumt haben. Auch müssen die Kinder sich schon gut organisieren können, und die Hausaufgaben im vollem Umfang anfertigen. Diese Fähigkeiten schätzt die Klassenlehrerin /der Klassenlehrer ein und setzt sich in Kontakt mit den betreffenden Eltern.

4.7. Deutsch als Zweitsprache (DaZ)

Dem Unterricht „Deutsch als Zweitsprache" kommt insbesondere die Aufgabe zu, die Fertigkeiten in den Bereichen Hörverständnis, Sprechen, Leseverständnis und Schreiben systematisch aufzubauen und weiterzuentwickeln.

Eine angemessene Progression, die die Lernvoraussetzungen der einzelnen Schüler der jeweiligen Lerngruppe berücksichtigt, ist dafür eine Voraussetzung. Der Wortschatz sollte systematisch erweitert werden und die Grammatik vom Einfachen zum Komplexen fortschreiten. Sprachliche Strukturen und Regeln werden „in Form eines Spiralcurriculums mit erkennbarer systematischer Progression immer wiederkehrend aufgegriffen und thematisiert" (s. Handreichung DaZ, S.62). Hat man die sprachliche Handlungsfähigkeit als Ziel, so ist insbesondere zu beachten, dass die grammatikalischen Teilsysteme nicht isoliert gelernt und geübt werden. Des weiteren müssen den Schülern verschiedene Aufgabenstellungen und Übungen angeboten werden, um sie für sprachliche Varianten zu sensibilisieren.

Daher benutzen wir für den Unterricht in den einzelnen Lerngruppen ausgewählte DaF/DaZ- Lehrwerke und -Materialien, vereinfachte Lesetexte und Lektüren, Foto- und Bildkarten, Videos und selbst hergestellte Unterrichtsmaterialien und Spiele, die die spezifischen sprachlichen Voraussetzungen und Kenntnisse unserer Schüler, als auch Themen und Anforderungen berücksichtigen.

Weitere Bausteine des Unterrichts sind die Narration, das "Handelnde Lernen" und das Spiel - insbesondere Rollenspiel - als Bestandteil des handelnden Umgangs. Die Phonetik (Wort- und Satzmelodie, Akzentuierung, Lautrealisierung) wird durch Reime, Gedichte, Lieder und Sprechstücke auf spielerische Art eingeübt.

Die Sprache "Deutsch" sollen die Schüler durch sach- und partnerbezogene Kommunikation erleben, verstehen und anwenden. Dabei sollen sie sich ihrer Mehrsprachigkeit bewusst werden und lernen mit einer Lebenswirklichkeit umzugehen, die sich durch sprachliche und kulturelle Pluralität auszeichnet. Damit gewinnt der Unterricht „Deutsch als Zweitsprache" auch eine interkulturelle Dimension.

An unserer Schule hat sich eine Verzahnung und Kooperation zwischen dem Unterricht „Deutsch als Zweitsprache", Deutsch und dem Sachkunde- bzw. Fachunterricht bewährt. Berücksichtigt man jedoch umfassend die Vorgaben des Rahmenplans „DaZ" , wie „Kerninhalte"/„Lexikalische Bereiche"/„Syntaktische Bereiche" , wird die oben genannte Verzahnung sehr erschwert.

Unsere Aufgabe ist es, unter Berücksichtigung der Lern- und Sprachvoraussetzungen der Schüler, individuelle und gruppenspezifische Einheiten/Unterrichtsmodule zu erstellen, die einerseits Anforderungen des Rahmenplans und andererseits Unterrichtsinhalte des Deutsch- und Fachunterrichts - zur Unterstützung der Schüler mit ihren spezifischen Zweitsprachproblemen - berücksichtigen.

Nur unter Beachtung beider Aspekte, kann es ermöglicht werden, dass die Schüler mit der Zweitsprache Deutsch eine gezielte Förderung erhalten, um den Lern- und Leistungsanforderungen des Schulsystems gewachsen zu sein.

Die Fähigkeiten, Kenntnisse und die Arbeits- und Lerntechniken, die sich die Schüler im DaZ- unterricht und in den anderen Fächern aneignen, sind Grundlage für die weitere Entwicklung und das Erlernen weiterer Sprachen.

 

5. Arbeitsgemeinschaften

Wir bieten ein breites Spektrum an Arbeitsgemeinschaften an, in denen die Kinder am Nachmittag ihren unterschiedlichen Interessen nachgehen können. Die Schwerpunkte liegen im musisch-ästhetischen Bereich (z.B. Theater-/Musical-AG, Kunst-Kulissen-AG, Tanz-AG, Orff-AG, Flöten-AG), im sportlichen Bereich (z.B. Fußball, Handball, Badminton, Zirkus) und im Computerbereich (s. u.). Einige Arbeitsgemeinschaften richten sich schwerpunktmäßig an die ersten und zweiten Klassen, um Motorik, Wahrnehmung und Koordination verstärkt zu schulen.

 

6. Theater als Pädagogischer Schwerpunkt

6.1. Theater als Klassenprojekte

Theater? Warum? Hartmut von Hentig gibt darauf eine passende Antwort: "Das geläufigste Mittel zur Aneignung der Welt ist die Benennung, ist Sprache....Ja ich behaupte darum, dass das Theaterspiel eines der machtvollsten Bildungsmittel ist, die wir haben: ein Mittel die eigene Person zu überschreiten, ein Mittel der Erkundung von Menschen und Schicksalen und ein Mittel der Gestaltung der so gewonnenen Einsicht." (Hartmut von Hentig, Bildung, S.118, S.119, Hanser)

Theater macht Kinder stolz und öffnet sie. Theater lässt Kinder aufrecht gehen und andere Kinder besser wahrnehmen. Theater macht neugierig und lebendig. Theater erweitert die Fantasie - eine wichtige Grundlage des Lernens.

In vielen Klassen wird jedes Jahr ein Theaterstück oder eine Vorführung anderer Art (spielerische Darbietung von Unterrichtsergebnissen) erarbeitet. Die Schüler lesen Texte, setzen sie in Dialoge um, lernen Monologe, singen, gestalten, reflektieren, proben und führen letztendlich vor Publikum auf.

Durch solche Klassenprojekte lernen Kinder spielerisch und mit Freude. Es stärkt die Klassengemeinschaft und bietet eine wundervolle Möglichkeit der Differenzierungsarbeit, so dass alle Schüler ihren Möglichkeiten entsprechend gefördert werden können.

Eine Lehrerin, die auch Theaterpädagogin ist, berät und unterstützt andere Kolleginnen und Kollegen während der Arbeit an Theater- und Gedichtprojekten- sowie beim Theatertraining. Auch bietet sie Konfliktbewältigung durch Rollenspiel und Theaterübungen an.

 

6.2 Theater als „basale Förderung"

Schüler mit motorischen, sozialen, psychischen sprachlichen und anderen Problemen nehmen in Kleingruppen an der „basalen Förderung – Theater" teil. Hier werden sie von theaterpädagogisch ausgebildeten Mitarbeitern unterrichtet. (Basale Förderung: s.o.) Vielschichtige Wahrnehmungs-, Sensibilisierungs-, Körper-, Sprach- und Kooperationsübungen entwickeln Grundfähigkeiten, die den Kindern fehlen, die aber nötig sind, um effizient lernen zu können.

 

6.3 Theater als Wahlunterricht (WUV)

Einer der „WUV- Kurse" (s.o.) ist auch ein Theaterkurs. Hier treffen sich besonders interessierte Schüler einer Klassenstufe, um ein Theaterstück zu inszenieren. Die Schüler improvisieren, lernen u.a. Texte von Shakespeare und Schiller, setzen diese zu Collagen oder zu ganzen Stücken zusammen und führen sie nach einem halben Jahr vor Schülern und Eltern auf. (Beispiele: Ein Sommernachtstraum; Der Sturm; Wilhelm Tell)

Es wird häufig anspruchsvolles Theater eingeübt. Dabei geht es besonders um Sprach- und Wissenserweiterungen sowie um ein hohes Maß an Kooperation. Die Schüler lernen, sich in eine Rolle zu begeben und diese verantwortungsvoll auszufüllen. Sie stellen Kulissen her und fertigen Programmhefte an. Sie diskutieren menschliche Verhaltensweisen und soziale Probleme. Sie lernen Widrigkeiten zu überwinden und Probleme zu lösen. Sie arbeiten ziel- und erfolgsorientiert. Sie entwickeln ein Gefühl für Ästhetik. Kunst wird aber auch zu einer Quelle der Freude.

Die Gruppengröße im WUV-Kurs Theater beträgt in der Regel 15 Schüler.

 

6.4. Theater als Arbeitsgemeinschaft

In der Theater – AG wurden in den vergangenen Jahren stets Musicals einstudiert. Auch hier achten wir darauf, dass die Kinder mit archaischen Themen konfrontiert werden, was Schüler und Lehrer gleichermaßen interessiert und bereichert. ( Gilgamesch, Der Weiße Wolf, Charlie Brown, Ronja- Räubertochter, u.a.) Das Singen und Musizieren steht gleichberechtigt neben der Theaterarbeit. Vor den Aufführungen findet eine Projektwoche statt, um zu einem besonders guten Ergebnis kommen zu können. Wir halten das Singen und Spielen für die Entwicklung von lernfreudigen, aufgeschlossenen und selbstbewussten Menschen für außerordentlich wichtig. Große Aufführungen beleben am Ende des Schuljahres unser Schulleben. Die Benefizveranstaltung für den Förderverein ist ein besonderer Höhepunkt. Dabei treffen sich Lehrer, Schüler und Eltern zu einem Fest.

 

 

7. Einsatz neuer Medien

7.1. Personelle Voraussetzungen

Die Entwicklung der Neuen Technologien und ihre umfassende Bedeutung in den meisten Bereichen der Gesellschaft verlangt es, dass die Schule die Schüler auf die zukünftigen Anforderungen vorbereitet. So ergibt sich die pädagogische Aufgabe, bereits frühzeitig damit zu beginnen, den Schülern den souveränen Umgang mit den Medien beizubringen. Nicht nur Schüler sondern auch Lehrer müssen Medienkompetenz erwerben, um mit Hilfe der neuen Medien arbeiten und lernen zu können. Um diesen Anforderungen gerecht zu werden, haben die meisten Kollegen und Kolleginnen an dem Fortbildungsprogramm der Master-Teacher (Intel: "Lernen für die Zukunft") teilgenommen. Mit dieser umfassenden Qualifizierungsmaßnahme hat sich unser Kollegium den Herausforderungen der modernen Gesellschaft gestellt.

 

7.2. Ausstattung der Schule

Die Fläming-Grundschule besitzt zwei Computerräume, die mit jeweils einem Beamer, Scanner und Netzwerkdrucker ausgestattet sind. Die Rechner sind vernetzt und haben Zugang zum Internet. Alle Klassenräume haben eine Medienecke mit zwei Rechnern und einem Drucker. Außerdem sind in den Fachräumen Medienecken mit ein bis vier Rechnern eingerichtet. Die Vernetzung in unserem Schulhaus ist in Arbeit. Zum mobilen Einsatz sind ein Laptop, ein Beamer, sowie ein DVD-Player und ein Videogerät vorhanden. Der Schulverwaltung stehen vier Rechner mit Internetzugang zur Verfügung. Insgesamt ist die Fläming-Grundschule mit etwa 110 Rechnern ausgestattet.

 

7.3. Das Schulkonzept

Nachdem bereits Anfang der neunziger Jahre Pilotprojekte zum computergestützten Lernen für behinderte Kinder von einzelnen Lehrerinnen und Lehrern erfolgreich durchgeführt worden waren, entwickelte sich an der Schule die Einsicht, Computer in vielen Bereichen des Unterrichts für alle Schüler einzusetzen.
Das Konzept, das im Folgenden vorgestellt wird, umfasst den gesamten Bereich der neuen Technologien. Es wurde in den letzten 10 Jahren ständig weiterentwickelt und unterliegt fortlaufender Veränderungen. Dargestellt wird der augenblickliche Stand.

7.3.1 Klasse 1 und 2

Schon in der ersten Klasse können die Schüler mit dem Rechner arbeiten. Lernprogramme unterstützen den Anfangsunterricht in Deutsch und Mathematik erfolgreich. Die Schüler lernen

eigenständiges Ein-/ Ausschalten, Starten/ Herunterfahren des Computers

eigenständiges Starten und Nutzen von Lernprogrammen

Computerregeln kennen und einhalten

erste Erfahrungen im Umgang mit Maus und Tastatur durch Lernprogramme

Texte am Computer verfassen

Ausdrucken von Bildern und Texten

7.3.2 Klasse 3 und 4

In der 3. Klassenstufe erhalten die Schüler einen halbjährigen Computerunterricht, in
dem die erlernten Kenntnisse gefestigt und neue Fähigkeiten dazugelernt werden.

Computersystem erkunden

Textverarbeitungsprogramme

Innenleben eines Computers kennen lernen

Zeichenprogramm (Paint)

Peripheriegeräte benutzen können

Bedienung elektronischer Nachschlagwerke

Einführung ins Internet

Internet-Regeln kennen und einhalten

Nutzung von Suchmaschinen

7.3.3 Klasse 5 und 6

Im Rahmen des Fachunterrichts, insbesondere im Fremdsprachenunterricht, in Computer-Arbeitsgemeinschaften und in zwei WUV-Kursen erlernen die Schüler weitere Techniken:

Erstellen von Tabellen mit Schreibprogrammen und Einbeziehung der Sortierfunktion

Multimedia-Einsatz (Fotografie und Film)

Homepage-Gestaltung

Einführung in HTML

Komplexe Suche im Internet

Präsentation (Powerpoint)

Grafikprogramm (CorelDraw)

Umgang mit verschiedener Lernsoftware (Englisch, Deutsch und Mathematik)

Umgang mit einer Schülerplattform, in welcher die Schüler weltweit mit anderen Kindern Kontakt aufnehmen können

Musikbearbeitung

 

7.4. Spezieller Einsatz der Computer

7.4.1 Internet-AG

In der Internet-AG wird den Schülern unserer Schule klassenübergreifend die Gelegenheit gegeben, sich mit diesem Medium auseinanderzusetzen und es unter Betreuung zu nutzen. Die Schüler, die keinen Rechner oder Internetanschluss zu Hause haben, können sich hier auf den Unterricht vorbereiten.

7.4.2 Computer-AG

Hier lernen die Schüler mit guten Grundkenntnissen unter Benutzung des Grafik- programms CorelDraw, wie man eine Einladung oder eine Weihnachtskarte mit ansprechendem Layout gestaltet oder wie man einen Stundenplan mit einer Tabelle erstellt. Internet- und Schreibprogrammkenntnisse werden vertieft.

7.4.3 Betreuungsstunden

Einmal in der Woche haben die Schüler die Gelegenheit klassenübergreifend den Computerraum aufsuchen, um unter Aufsicht eines Lehrers, Arbeiten am Rechner selbstständig zu erledigen.

7.4.4 Fachspezifische Nutzung der Rechner im Fachunterricht

Fast alle Fächer nutzen die Rechner als Lernmedium:

Einsatz von Lernsoftware, besonders zum Üben

Nutzung moderner elektronischer Nachschlagwerke

Informationsbeschaffung für die Sachfächer aus dem Internet

Erstellung von Texten mit Hilfe der Textverarbeitung oder eines Präsentationsprogramms für Referate und sonstige Arbeiten

Erziehung zum verantwortungsbewussten und kritischen Umgang mit den Neuen Technologien

In den 5. und 6. Klassen findet einmal in der Woche der Fremdsprachenunterricht Englisch und Französisch mit Lernprogrammen im Computerraum statt.

7.4.5 Schülerzeitung

Dieses regelmäßig wiederkehrende Projekt findet während des 5. und 6. Schuljahres statt. Bisher war dieses Projekt eher ein klasseninternes, die Autoren der Zeitung waren also die Schüler einer Klasse. Seit diesem Schuljahr wird eine Schülerzeitung zur Förderung von begabten Schülern der 4. bis 6. Klassen erstellt. Auch Beiträge von Schülern, die nicht diesem Kurs angehören, werden in die Zeitung aufgenommen

7.4.6 Förderunterricht
In Mathematik können Schüler aus den 3. und 4.Klassen an einem computergestützten Förderunterricht teilnehmen, bei dem die individuellen Probleme mit den entsprechenden Lernprogrammen aufgearbeitet werden. Die Zuordnung zu diesem Unterricht erfolgt durch die Klassenlehrer. Bei Bedarf wird dieser Unterricht auch nur für eine Mädchengruppe durchgeführt.

7.4.7 Wahlunterricht verpflichtend (WUV)

Im WUV werden interessierten Schülern der 5. und 6. Klassen Kurse angeboten, in denen sie intensiv am Computer arbeiten können.

Erstellen einer Präsentation

Fotobearbeitung

Umgang mit einem Autorenprogamm

Herstellen von Werbeclips

Herstellen von Werbeplakaten

Einführung in die HTML- Programmierung

Umgang mit einer Schülerplattform

Bearbeiten einer eigenen Homepage

Umgang mit dem Internet

 

7.5. Aufgaben des Kollegiums

Weiterentwicklung und Pflege der Schulhomepage

Optimierung und Pflege des Netzwerkes

Instandhaltung der Hardware

Entwicklung von Lernprogrammen

Einsatz von Multimedia (z.B. Beamer, DVD-Player, Digitalkamera, Camcorder, usw.)

Teilnahme an Fortbildungsveranstaltungen

Weitergabe von Kenntnissen und Informationen an die Kollegen

7.6. Fazit

Das Kollegium der Fläming-Grundschule möchte mit dem entwickelten Schulkonzept die Medienkompetenz der Schülerinnen und Schüler steigern. Hierbei kann es sich nicht nur um Einzelaktionen handeln, sondern es muss einen medienpädagogischen Rahmen geben, der schulintern fachübergreifend vom gesamten Kollegium entwickelt und getragen wird.

 

8. Leistungsbeurteilung

Abhängig vom Votum der jeweiligen Klassenelternversammlung erhalten die Schüler i.d.R. bis zum Ende der dritten Klasse verbale Beurteilungen an Stelle der Ziffernzensuren. Einige Klassen führen diese Leistungsbeurteilung auch noch in der vierten Klasse fort. Ab der fünften Klasse müssen Ziffernzensuren erteilt werden. Ausgenommen sind dann nur noch die Schüler, deren Förderbedarf vom Rahmenplan der Grundschule abweicht.

 

III. Organisationsentwicklung

1. Teamarbeit und Kooperation

Teamarbeit und Kooperation sind fester Bestandteil unserer Arbeit, werden immer wieder auch einer kritischen Überprüfung unterzogen und verändern sich mit den wachsenden Anforderungen und neuen Aufgabenfeldern. Teamarbeit und Kooperation der Flämingmitarbeiter finden sich auf fast allen Ebenen:

innerhalb der Klassen: In vielen Klassen werden regelmäßige, teils wöchentliche Teamsitzungen durchgeführt.

auf den Klassenstufen: Planungssitzungen auf den Klassenstufen finden i.d.R. wöchentlich bis monatlich statt, entweder auf Klassenlehrer- oder auf Fachlehrerbasis. Ein breites Spektrum an unterschiedlichen Kompetenzen und Qualifizierungen kann dort zielorientiert und zugleich fortbildend eingesetzt, neue Arbeitsstrukturen, z.B. klassenübergreifende Kurssysteme im Naturwissenschaftlichen Unterricht, können so ohne Reibungsverluste zielsicher umgesetzt werden.

beim Teamwechsel: Zwischen der dritten und vierten Klasse finden Übergabegespräche statt.

innerhalb der Fachkonferenzen

innerhalb der Fachabteilungen auf den Klassenstufen

im Rahmen der sonderpädagogischen und förderspezifischen Betreuung: Durch die enge Zusammenarbeit von Lehrern, Erziehern, Therapeuten und Sonderpädagogen wird eine sinnvolle Verbindung zwischen allgemeinpädagogischen Ideen und sonderpädagogischer Prinzipien geschaffen.

in verschiedenen Arbeitsgruppen, die sich mit Fragen des schulischen Alltags beschäftigen

in den „Klassen mit besonderer pädagogischer Prägung" Entsprechend der herausragenden und konsequent wachsenden Qualifizierung der Pädagogischen Mitarbeiter hat sich in diesen Klassen eine hochentwickelte Teamstruktur herausgebildet, in deren Rahmen unter Lehreranleitung auch breit gestreute fachliche Tätigkeiten wie z.B. Musikunterricht durch die Pädagogischen Mitarbeiter möglich wird.

in den ersten Klassen: Die Lehrer der ersten Klassen werden von drei Erzieherinnen mit Zusatzqualifikation stundenweise unterstützt.

Neu hinzugekommen ist die Teamarbeit und Kooperation an den Schnittstellen zwischen Hort, VHG und Schule.

 

 

Besondere Kooperationsgremien

2.1. Kooperation in der Integrationsschulgruppe

Dies ist ein regelmäßig tagendes, unbürokratisches Gremium, an dem viele interessierte Kolleginnen und Kollegen teilnehmen. Hier werden Schwachpunkte und kritische Prozesse unserer Arbeit besprochen und neue Ideen entwickelt. In den Aufgabenbereich dieser Arbeitsgruppe fällt beispielsweise die Erörterung integrationspädagogischer oder schulpolitischer Entwicklungen und deren Bedeutung für unsere Arbeit, der gemeinsame Austausch über Veränderungswünsche bei der Aufgabenverteilung (Fachlehrer, Klassenlehrer, therapeutischer Einsatz) oder bei der Teamzusammenstellung. Wichtige Entscheidungen der Schulleitung in Zusammenhang mit der Integration werden hier diskutiert und damit transparent gemacht.

2.2. Die Jahrgangsstufenkonferenz

Sie ist ein Diagnose- und Beratungsgremium und wird von der Schulleiterin einberufen. Teilnehmer sind alle Lehrer und Pädagogischen Mitarbeiter, die auf einer Jahrgangsstufe unterrichten, ein Mitarbeiter des Schulpsychologischen Dienstes, die zuständigen Sonderpädagogen/innen und die Schulleiterin.

Auf diesen Konferenzen werden von den Pädagoginnen/en Kinder vorgestellt, bei denen Lern- oder Verhaltensprobleme beobachtet wurden und zwar unabhängig davon, ob sie deklarierte Behinderungen aufweisen oder nicht. Hier wird über die Fördermöglichkeiten innerhalb und außerhalb der Schule beraten sowie über inhaltliche Schwerpunkte, die bei Elterngesprächen thematisiert werden müssen. Es wird die Notwendigkeit der Anwendung spezieller diagnostischer Verfahren (z.B.: im Rahmen eines Feststellungsverfahrens zum sonderpädagogischen Förderbedarf) erörtert und überlegt, ob außerschulische Dienste eingeschaltet werden sollten. Die sich daraus ergebenden Arbeitsaufgaben werden festgelegt und an die entsprechenden Personen verteilt. Zur späteren Kontrolle wird ein Stichwortprotokoll angefertigt.

Auf diese Weise wird die Zusammenführung der Kenntnisse aller auf der jeweiligen Jahrgangsstufe arbeitenden Pädagogen/innen mit den spezifischen Kompetenzen von Sonderpädagogen/innen, Mitarbeitern/innen des Schulpsychologischen Dienstes und der Schulleitung sichergestellt. Die Handlungsentscheidungen werden gemeinsam erarbeitet und dadurch auch von allen Mitgliedern dieser Klassenstufenkonferenz getragen.

Weitere Vorteile dieses organisatorischen Strukturelementes sind:

Durch die detaillierte Beschreibung von Beobachtungen und Erfahrungen erfolgt eine Schärfung der Diagnose- und der Frühförderungskompetenz aller Beteiligten.

Die Schulleitung, die Sonderpädagogen, die schulpsychologischen Mitarbeiter und die Lehrer der Parallelklassen kennen die Situation in den einzelnen Klassen sehr genau und können auf dieser Grundlage eine angemessene Zuweisung der Fördermaßnahmen vornehmen.

 

2.3 Kooperation mit der Sophie-Scholl-Gesamtschule

Um die Integrationsarbeit angemessen fortführen zu können, besteht seit Anfang der 80er Jahre eine kontinuierliche Kooperation mit der Sophie-Scholl-Gesamtschule. Zum Ende des sechsten Schuljahres gehen in der Regel die Kinder der „Klassen mit besonderer pädagogischer Prägung" gemeinsam mit den behinderten Kindern sowie einer Pädagogischen Mitarbeiterin in die siebente Klasse der Sophie-Scholl-Schule. Durch diese Kooperation ist gewährleistet, dass der schwierige Wechsel in die Oberschule pädagogisch sinnvoll betreut wird und sich ohne unnötige Brüche vollzieht. Die pädagogische Doppelbesetzung bleibt bis zur zehnten Klasse weitgehend erhalten; Kinder mit Behinderungen werden anschließend je nach Bedarf bis zum Abitur weiter betreut.

Im Schuljahr 1997/98 ist erstmalig durch die Gesamtkonferenz der Sophie-Scholl-Schule beschlossen worden, auch Kinder mit schweren Mehrfachbehinderungen aufzunehmen.

Dieser Beschluss hat bei den Eltern, Schülern und Pädagogen der Fläming-Grundschule große Freude ausgelöst. Er ist ein wichtiger Schritt, nicht nur zur Fortführung unserer Arbeit, sondern zur Verbreitung des Integrationsgedankens in der Gesellschaft.

 

3. Sonderpädagogische Koordination

Um eine sinnvolle integrationspädagogische Arbeit zu ermöglichen, hat es sich an unserer Schule bewährt, dass die gesamte sonderpädagogische Koordination in einer Hand innerhalb der Schule angesiedelt ist. Zu diesen Aufgaben gehören insbesondere

die Erfassung der behinderungsbedingten Vorgeschichte

die Begleitung der Feststellungsverfahren zum sonderpädagogischen Förderbedarf

die Beratung der Schulleitung bei der Auswahl der Teams

die sonderpädagogische Beratung in den Klassen, in denen keine Sonderpädagogen unterrichten (Förderpläne, Differenzierung nach sonderpädagogischen Gesichtspunkten, Elernberatung und Vorbereitung von Elterngesprächen etc.)

Kontakte zu den vorschulischen Einrichtungen des Einzugbereiches

 

 

4. Schulleitung

Für die Schulleiterin sind Delegation und Dezentralisierung von Entscheidungsprozessen wesentliche Voraussetzungen bei der Führung der Schule. Die einzelnen Teams erhalten innerhalb des Gesamtrahmens der Schule einen großen Spielraum zur Selbstorganisation ihres Handelns. Ziel dabei ist es, die Eigenkompetenz des Kollegiums zu nutzen und gleichzeitig auch zu fördern. Diese Art der Mitarbeiterführung ist zugleich der Förderung einer gemeinsamen pädagogischen Zielvorstellung dienlich und trägt zu einem partnerschaftlichen Arbeitsklima bei. Die Schulleitung sieht in diesem Rahmen ihre Aufgabe vor allem darin, die kollegialen Teams zu beraten und zu unterstützen und Ressourcen, die zur Bearbeitung der anstehenden Probleme für erforderlich gehalten werden, nach Möglichkeit sicherzustellen.  

 

IV. Erziehung und Schulleben

1. Erziehungskonzepte / Erziehungsziele

1.1. Erziehung zur Eigeninitiative, Selbständigkeit und Übernahme

von Verantwortung für sich selbst

Die Schüler sollen lernen sich selbst Ziele zu setzen, persönliche Lernstrategien dafür zu entwickeln und diese möglichst selbständig zu verfolgen. Wir möchten erreichen, dass alle Schüler sich für ihre Lernentwicklung verantwortlich fühlen und Lernhilfen annehmen.

Wir versuchen diese Ziele zu erreichen durch

die o. a. Methoden der Binnendifferenzierung und des Projektunterrichts

den Austausch über bewährte Lernmethoden innerhalb der Klasse (Kinder berichten und vergleichen ihre Lernstrategien, Tipps für Hausaufgaben, Tipps für das Vokabellernen, Tipps für die Testvorbereitung)

das Training von Methoden

die selbstkritische Bewertung der eigenen Leistung sowie der Leistungen der anderen Kinder, auch einer Gruppenleistung

die selbstkritische Beobachtung und Bewertung von Faktoren, die das Lernen oder gute Leistungen behindern oder erschweren

die Entwicklung von Strategien zum Abbau dieser Faktoren

die möglichst selbständigen Absprachen innerhalb der Gruppen bzgl. der Arbeitsinhalte, Arbeitsmethoden und der Arbeitsregeln. Die Gruppe kontrolliert die Einhaltung der Absprachen.

eine deutliche Haltung der Lehrer, dass die Missachtung von Absprachen und Regeln Konsequenzen hat (Berechenbarkeit der Konsequenzen)

das gegenseitige Helfen bei Arbeiten, bei Hausaufgaben, beim Lernen, bei motorischen Problemen, bei sprachlichen Problemen, in den Pausen usw.

individuelle Beratungsgespräche mit Kindern, wenn Probleme beobachtet wurden

Problem- und Beratungsgespräche mit Eltern

1.2. Erziehung zur Kommunikation und Respekt voreinander

„Respekt (und Kommunikation, d. V.) lässt sich weder befehlen, noch durch guten Willen allein herstellen. Er muss immer wieder neu ausgehandelt werden....... Der Starke ist nur stark, solange er sich nicht in falscher Sicherheit wiegt, solange er sich selbst immer wieder in Frage stellen und an Brüchen wachsen kann, solange er nach außen gewendet und offen bleibt für neue Erfahrungen, solange er mit den nicht so Starken kommuniziert."(Richard Sennett, Respekt im Zeitalter der Ungleichheit, Berlin-Verlag)

Die Fähigkeit, mit Respekt voreinander zu kommunizieren versuchen wir in vielfältigen Unterrichtssituationen und Gesprächen zu erreichen:

basale Beobachtungs- und Wahrnehmungsübungen, Rollenspiele und Theater spielen

sehr häufige Partner- und Gruppenarbeiten. Die Kinder kooperieren und kommunizieren in verschiedenen Konstellationen miteinander.

Erlernen und Anwenden einer korrekten, verständlichen, differenzierten Sprache z.B. bei Referaten, Präsentationen, Buchvorstellungen, Expertenlernen

Gesprächskreise (z.B. Morgenkreis, Mädchen-/Jungengruppen, „Selbsthilfegruppen" von betroffenen Kindern zum Austausch über ähnliche Probleme)

Erzählen und Berichten aus unterschiedlichen Perspektiven (Spiele und Übungen zum perspektivischen Erzählen)

Austausch und Respektieren von Sichtweisen und Einstellungen zu einem Problem

Problemgespräche und Rollenspiele bei Konflikten mit einzelnen Kindern oder mit der ganzen Klasse

Absprachen, Verhandlungen, Verträge bei Regelverletzungen

Gegenseitige Hilfe und Austausch von „Tipps" zur Bewältigung eines Problems

häufige Gespräche über individuelle Schwächen und Stärken, Behinderungen, Einschränkungen, Begabungen, Befindlichkeiten, aufgetretenes Leid (Trennung der Eltern oder sonstige Umstände)

Zuhören und sich in das Problem hineindenken, mitfühlen, sein Mitgefühl zeigen, auffangen und aufgefangen werden, trösten und Trost annehmen

In Klassen, in denen Kinder mit Behinderungen der geistigen Entwicklung sind, sollen sich die anderen Kinder in deren Denk- und Lernweise versetzen, indem sie punktuell an ihrem Unterrichtsstoff teilnehmen, mit ihnen spielen oder Lernstoff für sie gestalten. Sie lernen dabei, wie sie sinnvoll helfen und Denkanstöße geben können, ohne die Lösungen vorwegzunehmen

 

1.3. Entwicklung des Selbstbewusstseins und des Selbstwertgefühls

durch die Stärkung der Individualität

Die positive Erfahrung etwas zu lernen oder zu können ist der Grundstein für die Entwicklung von Selbstbewusstsein und Selbstwertgefühl. Das Kind erfährt seine individuellen Stärken und gewinnt zugleich Vertrauen und Zuversicht, neue Anforderungen erfolgreich bewältigen zu können (= Selbstwirksamkeit).

Andererseits muss jeder Mensch nicht nur seine Stärken, sondern auch seine Grenzen und Schwächen kennen, um sich realistisch einschätzen und seinen Selbstwert wirklichkeitsnah bestimmen zu können. Lernmöglichkeiten zur Verwirklichung dieser Entwicklungsschritte bietet unsere Schule beispielsweise, indem Schüler

nach Lern- und Übungsphasen aufgefordert werden, selbstkritisch zu reflektieren, was sie „gut gemacht" haben und was sie „noch lernen / üben / verbessern" wollen.

vor der Erledigung von Aufgaben aufgefordert werden, sich selbst Lern-/ Übungsziele zu setzen und deren Erreichen eigenverantwortlich zu überprüfen.

Einen wichtigen Kreuzungspunkt für die Entwicklung von Selbstbewusstsein und Selbstwertgefühl bildet das Erleben von Grenzen eigener Fähigkeiten. Einerseits ist das Überschreiten persönlicher Grenzen eine wichtige Quelle für deren Entwicklung; andererseits bergen diese die Gefahr des Scheiterns – mit der möglichen Folge, das Selbstwertgefühl zu verlieren bzw. dessen Entwicklung zu bremsen oder gar von Anfang an zu unterbinden. Auslösende Momente des Scheiterns können u.a. überhöhte Anforderungen oder unrealistische Selbstziele sein. Diese Gefahr ist umso größer, sobald der Bezugspunkt der sozialen Gruppe ins Spiel kommt. Denn die Entfaltung von Selbstbewusstsein und Selbstwertgefühl ist in hohem Maß auch gebunden an die Anerkennung und Bestätigung durch die Anderen. In unserer Gesellschaft bildet das Konkurrenzprinzip einen herausragenden Leitwert. Dies führt auch in der Schule häufig zu wettbewerbsorientierten Einstellungen und Beziehungsmustern zwischen Schülern. Folglich werden oftmals eigene Leistungen und Stärken kaum mehr wahrgenommen oder wertgeschätzt, weil im Vergleich zur sozialen Gruppe diese vom Lernenden selbst als „schwach / schlecht" wahrgenommen oder von der Umwelt auch in dieser Weise etikettiert werden.

Daher ist beides erforderlich: Vergleiche und Wettbewerbe, bei denen Kinder konkurrieren sowie gemeinsame Vorhaben und Projekte, bei denen Kinder kooperieren. Die gelungene Balance zwischen Wettbewerb und Miteinander nährt und stärkt das Selbstbewusstsein der Gruppe und das Selbstwertgefühl jedes Einzelnen. Wir versuchen- diese Erziehungsziele zu erreichen durch:

die Teilnahme an Wettbewerben und das Zeigen besonderer Leistungen (Lesewettbewerb, Rechenwettbewerbe, sportliche Wettbewerbe, Teilnahme an verschiedenen Wettbewerbsausschreibungen)

die schulöffentliche Präsentationen von klasseninternen Projekten, auf die die Kinder stolz sein können, Entwicklung eines starken Wir-Gefühls

eine kritische Selbstbeurteilung und Beurteilung einer individuellen Leistung durch die Gruppe mit Hinweisen und Tipps zur Verbesserung

die Anerkennung der Anstrengung für eine Arbeit durch die Klasse oder die Arbeitsgruppe

die Wahrnehmung von schwierigen Situationen und Problemen eines Einzelnen, das Zulassen von Trauer, das Mitfühlen, die Hilfen zur Bewältigung von Krisen

 

2. Schulische Veranstaltungen und Feste

Feste und Veranstaltungen finden auf klasseninterner Ebene oder schulübergreifend statt.

Faschingsfest im Februar

Sommerfeste mit Eltern

Halloween im Oktober

Weihnachts- oder Adventsnachmittage mit Eltern, Weihnachtssingen,

Vorführungen im Altersheim

Bundesjugendspiele mit schulöffentlicher Würdigung und Urkundenverleihung

Benefizveranstaltung der Musical-AG, zahlreiche Vorführungen der Musical-AG vormittags und abends für Schüler und Eltern

Gemeinsame Veranstaltung der Tanz- und Orff-AG für Schüler und Eltern

Veranstaltung der Zirkus-AG

Feierliche Einschulung der ersten Klassen mit Vorführungen der zweiten Klassen

Feierliche Verabschiedung der 6. Klassen mit Vorführungen der 5. Klassen

schulöffentliche Präsentationen von Klassenprojekten

 

3. Supervision für Lehrer

Supervision und Beratung haben sich auf verschiedenen Ebenen entwickelt und sind zu einem festen Bestandteil der täglichen Arbeit geworden.

In den ersten Jahren der integrativen Arbeit ging es dabei vor allem um sonderpädagogische Beratung der integrativ arbeitenden Pädagoginnen/en. Im Vordergrund stand besonders die qualitativ gute behindertenspezifische schulische Versorgung der Kinder mit Förderbedarf. Dazu gehörte die Beratung in Bezug auf sonderpädagogische Gesichtspunkte ebenso, wie alle Fragen zur Gestaltung und Veränderung von Unterricht.

Mit zunehmender Erfahrung kristallisierten sich neue Problemfelder heraus, die in den verschiedenen Alltagssituationen immer wieder in der einen oder anderen Form auftauchten und die den Wunsch nach gezielter Bearbeitung wach werden ließen. Bis heute sind vor allem drei Konfliktbereiche besonders im Fokus:

Der Umgang mit verhaltensauffälligen Schülern

Elternarbeit

Kooperation unter Kolleginnen/en, die Reflexion von Problemen innerhalb der Teams oder individuelle Schwierigkeiten einzelner Kolleginnen und Kollegen. Beziehungs- und Kooperationsprobleme können auf diese Weise bereits im Frühstadium bearbeitet werden. Konfliktreiche Arbeitsstörungen in den Teams konnten durch diese Arbeit deutlich vermindert werden (s.a.: Ziebarth, Fred: Supervision und Beratung im Praxisfeld einer Integrationsschule. In: Eberwein, Hans; Knauer, Sabine: Integrationspädagogik, Weinheim und Basel 2002, S. 433 ff).

 

4. Elternberatung

Neben den regulären Elternabenden werden an unserer Schule sehr viele persönliche Elterngespräche geführt. In der Regel geht es um gegenseitige Information und Beratung, wenn bei Kindern Probleme bzgl. des Lernens oder Verhaltens beobachtet wurden. Es werden Absprachen getroffen und wenn nötig regelmäßige Austausch- und Kommunikationsformen festgelegt.

Wenn bei den Eltern im Verlauf der Grundschulzeit durch familiäre Krisen oder Entwicklungsprobleme der Kinder Beratungsbedarf entsteht, können sie eine Beratung durch einen Sonderpädagogen in Anspruch nehmen. Dieses Angebot erhalten sie auf einem gemeinsamen Elternabend der ersten Klassen. Häufig werden sie von den jeweiligen Klassenlehrer/innen vermittelt, wenn diese den Eindruck haben, dass die vorliegende Thematik nicht mehr in den Rahmen eines normalen Lehrer-Eltern-Gespräches gehört. Diese Elternberatung durch eine Person innerhalb der Schule, die nicht in das übliche Unterrichtsgeschehen eingebunden ist, aber auch keine Leitungsposition bekleidet, hat eine hohe Akzeptanz bei den Eltern und wird viel genutzt. In einigen Fällen ergibt sich aus den einzelnen Beratungsgesprächen eine regelmäßige und länger dauernde Beratung.

 

5. Öffentlichkeitsarbeit

Wegen der besonderen historischen Bedeutung der Fläming-Grundschule als erste staatliche Grundschule mit gemeinsamer Erziehung in Deutschland, ihrer häufigen Beschreibung in der einschlägigen Fachliteratur und der vielen Veröffentlichungen in der Presse, im Fernsehen und auch im Kino, besteht ein sehr intensives öffentliches Interesse. Der besondere pädagogischer Rahmen zieht jedes Jahr ca. 500 – 600 Besucher aus dem In- und Ausland an, die innerhalb eines speziellen Fortbildungs- und Informationsangebotes über die verschiedenen Aspekte der integrativen bzw. inklusiven pädagogischen Arbeit vor Ort unterrichtet werden.

6. Fazit

Als wir in den 70er Jahren mit dem gemeinsamen Unterricht begannen, gab es für diese Idee nur wenig unterstützende Stimmen. Sehr viel stärker waren Skepsis und Widerstände von verschiedenen Seiten, nicht zuletzt von vielen Experten. Am humanitären Grundgedanken der Nichtaussonderung und seiner bereichernden und heilsamen Wirkung für alle Beteiligten zweifelt heute kaum jemand, der wirklich mit dieser Pädagogik in Berührung gekommen ist.

Die Arbeit mit dem gemeinsamen Unterricht hat unsere Schule und uns tiefgreifend verändert. Die Veränderung erfolgte langsam, in kleinen Schritten, stets aus der Notwendigkeit heraus, Alltagsprobleme lösen zu müssen und dabei kreative, undogmatische Lösungen zuzulassen. Aus den Lösungsansätzen, die sich im Laufe der Zeit bewährten, entwickelte sich allmählich das „integrative Konzept" der Fläming-Grundschule, das wir heute praktizieren. Zu diesem Konzept gehört, dass es offen ist, Probleme akzeptiert, nach Problemlösungen sucht und neue Lösungsansätze integriert. Der Kern der Veränderung und Weiterentwicklung besteht in einer Richtigstellung der Verantwortlichkeit für den pädagogischen Prozess: Aus der Frage "Wie muss ein Kind sein, damit es an unsere Schule darf?" wurde die Frage "Wie müssen wir Schule machen, damit hier jedes Kind sein kann?"

V. Entwicklungsschwerpunkt

Am 28. März 2006 hat das Kollegium im Rahmen eines Studientages folgenden Entwicklungsschwerpunkt vereinbart:

„ Respektvoller Umgang an der Fläming-Grundschule"

Die Fachkonferenzen und der Ganztagsbereich erarbeiten z. Z. die Ziele, die Zeit- und Maßnahmeplanung sowie die Evaluationskriterien zum Entwicklungsschwerpunkt für alle Klassenstufen. Die Steuergruppe organisiert und koordiniert diesen Prozess, sichert die Vernetzung und Kommunikation zwischen den Fachbereichen und gibt ggf. Hilfestellungen.

Der Prozess wird voraussichtlich bis Ende Oktober abgeschlossen sein.

 

VI. Leitbild

 

Gemeinsames Lernen

Wir ermöglichen das gemeinsame Lernen von unterschiedlich leistungsstarken Schülerinnen und Schülern. Die Verschiedenheit der Schüler mit all ihren Eigenheiten und ihrer Individualität bereichert das gemeinsame Lernen und fördert die Flexibilität, Toleranz und Intelligenz der Kinder. Durch die Vielfalt unserer schulischen Angebote sichern wir die erfolgreiche persönliche Lernentwicklung jedes einzelnen Kindes entsprechend seiner Möglichkeiten.

 

 

Persönlichkeitsentwicklung

Im Mittelpunkt unserer Erziehung steht das Heranbilden von lernfreudigen, neugierigen, aufgeschlossenen und verantwortungsbewussten Schülern. Wir legen Wert auf die Entwicklung von Kreativität, Selbstwahrnehmung, Selbstbewusstsein, Eigeninitiative und verantwortliches Denken und Handeln.

 

Soziale und kommunikative Kompetenz

Wichtige Ziele des sozialen Umgangs sind für uns Fairness, Hilfsbereitschaft und Rücksichtnahme sowie die Fähigkeit, Konflikte konstruktiv zu lösen. Den gemeinsamen Gesprächen zur Verständigung und Problemlösung und dem vorbildhaften Verhalten aller am Schulleben Beteiligten messen wir eine besondere Bedeutung bei, um den Kindern positive Handlungsmuster zu vermitteln. Eine gute Beziehung zwischen Schülern, Lehrern, Schulleitung und Eltern ist uns wichtig. Alle Beteiligten pflegen einen sachbezogenen, offenen Informationsaustausch.

 

Lernkompetenz

Durch vielseitiges und sich verzahnendes Lernen wird die kognitive Intelligenz der Schülerinnen und Schüler weiterentwickelt. Die Ausbildung grundlegender Fähigkeiten und Fertigkeiten ist uns wichtig. Die Schülerinnen und Schüler lernen vielfältige Lern- und Arbeitsformen kennen. Projekte und handlungsbetonter Unterricht haben einen hohen Stellenwert. Die Schüler sollen das Erlernte im Leben umsetzen können. Wir vermitteln, dass Lernen ein lebenslanger Prozess ist.

 

Unterrichtsqualität

Wir streben eine hohe Unterrichtsqualität an. Dieser Anspruch wird durch persönliches Engagement aller Beteiligen verwirklicht. Die Lehrerinnen und Lehrer legen Wert auf fachliche Kompetenz, Kreativität und konstruktive Zusammenarbeit.

 

Tradition - Innovation

In Tradition der Geschichte unserer Schule als erster staatlicher Integrationsschule Deutschlands sind wir offen für Innovation, für neue Ideen und Visionen. Bewährtes wollen wir für die Zukunft bewahren.

 

Impressum:
Fläming-Grundschule
Illstraße 4-6
12161 Berlin
Schulnummer: 07 G 15
Tel: 030 – 7560 - 7061
Fax: 7560-4336
Internet: Flaeming-Grundschule.cids@t-online.de